Das Möggenriedhaus – ein bauhistorisches Kleinod mitten in Sonthofen. Das vermutlich älteste noch bestehende Haus im Ort, mit Bauteilen, die nachweislich aus dem Jahr 1586 stammen! Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein diente es als Nagelschmiede, ein über lange Zeit traditioneller Wirtschaftszweig in Sonthofen und Umgebung.

Interessanterweise ist es außerdem auch das Geburtshaus von einem der bedeutendsten Künstler unserer Stadt, von Maler Robert Schraudolph. Über dieses Haus kann man also ohne Übertreibung sagen: es atmet Geschichte – Sonthofer Geschichte! Und weil sich die BAUSTELLE SONTHOFEN sehr für die Identität unseres Ortes interessiert, unterstützen wir die Bemühungen um eines der wichtigsten Gebäude Sonthofens.

Dass das Möggenriedhaus nicht schon längst abgerissen wurde, was immer mal wieder im Stadtrat gefordert wird, ist einigen engagierten Bürgern der Stadt zu verdanken, darunter z.B. Vertreter des hiesigen Heimatdienstes. Die heutigen Besitzer, die Familie Möggenried,  sind ebenso an der Rettung des Hauses interessiert, das sich heute leider in einem bedauernswerten Zustand befindet.

An anderen Orten mit zahlreichen historischen Bauwerken und somit ausreichend sichtbaren Bezügen in die eigene Vergangenheit würde ein solches Gebäude aufgrund seines Zustands vielleicht negativer bewertet werden. Sonthofen ist aber eine Stadt, die leider nur noch wenige historische Überbleibsel im Ortskern erhalten konnte – hier würde der Verlust eines solchen Gebäudes schwer wiegen. Erfreulicherweise gibt es inzwischen konkrete Überlegungen das Haus zu renovieren und neu zu nutzen.

Um auf das Haus und seine wahre Bedeutung für Sonthofen hinzuweisen, finden am alljährlichen „Tag des offenen Denkmals“ Führungen durch das Gebäude statt. 2015 hatte eine Gruppe von Schülern im Rahmen eines so genannten P-Seminars eine Ausstellung über die Geschichte, die Bauweise, die Baumaterialien und Bautechnik im Denkmalschutz erarbeitet, die zum diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ im Möggenriedhaus eröffnet werden soll. Die Schüler wollten zusätzlich noch eine bauliche Aktion im Haus durchführen, was durch die strengen Auflagen des Denkmalschutzes aber kaum möglich war. So kam die Idee auf, im Außenbereich des Hauses einen temporären Garten zu gestalten, um auf besondere Weise auf das Haus aufmerksam zu machen. Dabei wurden sie von der BAUSTELLE SONTHOFEN bei der Planung und der Umsetzung des Gartens unterstützt.

Die als Parkplatz genutzte Kiesfläche südlich des Möggenriedhauses wurde so für nur einen einzigen Tag zu einer „grünen Oase“ umgewandelt, an der gleichen Stelle an der ursprünglich auch der Kräutergarten des Anwesens zu finden war. Als Baumaterial wurde das Holz der Stadtoase „Superg’hau“ verwendet, die einige Tage vorher abgebaut worden war.

 

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